Ampel 2.0: Die neue Rolle der Lichtsignalanlage
Wie sieht die Lichtsignalanlage der Zukunft aus? Auf der ersten Fachkonferenz „Verkehr & Smart Mobility“ von Tagesspiegel Background am 6. Oktober 2026 war GB infraSignal als Fachpartnerin mit einem Workshop vertreten.
Unter dem Titel „Ampel 2.0: Vom Lichtsignal zur digitalen Verkehrsinfrastruktur für alle“ zeigten unser Innovationsbeauftragter Sebastian Peters und Christian Claßen, Leiter unseres Teams Technologie und Innovation, wie sich die klassische Lichtsignalanlage zu einem intelligent vernetzten System für alle Verkehrsteilnehmenden weiterentwickelt.
Im Mittelpunkt standen zwei Fragen:
- Was zeichnet eine digitale Lichtsignalanlage aus?
- Wie kann sie zu einer sichereren, effizienteren und nachhaltigeren Mobilität beitragen?
Vom Lichtsignal zum digitalen Datenknotenpunkt
Während die Digitalisierung in vielen Bereichen des Verkehrs bereits grundlegende Veränderungen angestoßen hat, blieb eine Disruption bei den Lichtsignalanlagen bisher aus. Bis heute kommunizieren Lichtsignalanlagen mit uns überwiegend über optische Signale. Verkehrsteilnehmende erfahren den aktuellen Zustand einer Ampel erst, wenn sie sich ihr nähern. Dadurch entsteht für sie ein „Informationsvakuum“: Wann schaltet die für mich relevante Signalgruppe auf Grün? Wann folgt der nächste Signalwechsel?
Dieses Informationsvakuum könnte die digitale Lichtsignalanlage füllen: Sie macht diese Informationen zusätzlich auch digital lesbar und kommunizierbar. Aktuelle und prognostizierte Signalzustände werden maschinenlesbar und können mit Fahrzeugen, Apps oder Assistenzsystemen ausgetauscht werden. So entsteht eine vernetzte Verkehrsinfrastruktur, in deren Zentrum die Lichtsignalanlage als digitaler Datenknotenpunkt steht.
Mehr Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit
Anhand konkreter Anwendungsbeispiele zeigten Sebastian Peters und Christian Claßen das Potenzial digitaler Lichtsignalanlagen, zum Beispiel:
- Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Polizei können durch eine intelligentere Priorisierung an Kreuzungen schneller ihr Ziel erreichen, während gleichzeitig Unfallrisiken sinken.
- Der Straßenverkehr wird für alle Verkehrsteilnehmende fließender, harmonischer oder sicherer, beispielsweise durch den Einsatz von Assistenzsystemen wie GLOSA (Green Light Optimal Speed Advisory).
- Sehbehinderte und blinde Menschen können über digitale Anwendungen individuell bei der Querung von Straßen unterstützt werden.
- Busse und Straßenbahnen profitieren von einer effizienteren Bevorrechtigung an Ampelkreuzungen und kommen schneller durch den Stadtverkehr.
- Echtzeitdaten ermöglichen ein präziseres, effizienteres und umweltsensibleres Verkehrsmanagement und schaffen gleichzeitig eine bessere Datengrundlage für die Verkehrsplanung.
Wertvoller Austausch zur Mobilität von morgen
Wie kommt die digitale Ampel vom Pilotprojekt in die Fläche? In der anschließenden Fragerunde diskutierten die Teilnehmenden mit uns über die Skalierung von C-ITS-Lösungen, Standards und Interoperabilität sowie über das Potenzial digitaler Kreuzungen für mehr Verkehrssicherheit.
Wir bedanken uns für den wertvollen Austausch und die spannenden Impulse zur Weiterentwicklung der digitalen Verkehrsinfrastruktur.