Ein Bus der BVG fährt auf der Schloßstraße in Berlin-Steglitz auf eine Ampelkreuzung zu. Die Ampel zeigt Grün.
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Pilotprojekt: Busse und Ampelanlagen kommunizieren digital miteinander

Wie kommen Busse und Trams an Ampeln schneller durch den Verkehr? Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) testen in einem Pilotprojekt eine neue Generation der Bevorrechtigung für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) – dazu hat die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt die ersten Lichtsignalanlagen mit C-ITS-Kommunikation für ÖPNV-Beschleunigung in Betrieb genommen.

In dem Pilotprojekt in der Schloßstraße in Berlin-Steglitz kommunizieren die BVG-Busse nun via C-ITS mit den Lichtsignalanlagen. infraSignal hat die dafür erforderliche Digitalisierung der LSA an acht Kreuzungen zwischen Walther-Schreiber-Platz und dem Rathaus Steglitz umgesetzt: Die bestehenden LSA wurden modernisiert und mit digitalen Funkmodulen, sogenannten Roadside Units, ausgestattet. Zudem wurde die Ampelsteuerung umprogrammiert, um die Ankunftsprognose des Busses an der LSA nutzen zu können.

Ein Ampel-Signalgeber in der Schloßstraße in Berlin-Steglitz. Am Mast ist auch eine sog. Roadside Unit befestigt, ein digitales Funkmodul.
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Von starrer Logik zu flexibler Steuerung

Bisher funktioniert die Priorisierung von Bussen an Ampeln mittels sogenannter Meldepunkte nach einem recht starren „Trigger-System“: Das Fahrzeug löst an einem festen Ort die Priorisierungsanfrage aus. Die Ampelanlage erhält daraufhin eine sog. Grünanforderung. Der Nachteil: Das System weiß nicht, was zwischen dem Meldepunkt und der Ampel geschieht. Hält der Bus länger als geplant? Blockiert ein Linksabbieger die Spur? Diese Informationen fehlen. Deshalb hält Ampelanlage bei diesem Meldepunktverfahren die Grünphase oft länger offen als notwendig. Dies kann zu unnötigen Wartezeiten anderer Verkehrsteilnehmender führen.

Kooperative Intelligente Verkehrssysteme (C-ITS) verbessern diesen Prozess. Sie kommunizieren über standardisierte Nachrichtenformate. Das heißt im Pilotprojekt konkret: Der Bus übermittelt fortlaufend seinen exakten Zustand in Echtzeit. So kennt die Ampelanlage die präzise geschätzte Ankunftszeit und die Ampelschaltung kann bedarfsgerecht reagieren: Sie verlängert die Grünphase zum Beispiel erst dann, wenn der Bus tatsächlich die Haltelinie erreicht. Die Priorisierung an der Ampel wird dadurch präziser und effizienter auf den Bus zugeschnitten.

Kommunikation in beide Richtungen

Die Kommunikation funktioniert auch in die andere Richtung: Die Busfahrerin oder der Busfahrer erhält im Cockpit Informationen über den Status der Vorranganfrage an der Ampel. Durch diese Rückmeldungen können die Busse vorausschauender und gleichmäßiger fahren, was den Verkehrsfluss verbessert und den Fahrkomfort erhöht.

Die für die Kommunikation eingesetzten Roadside Units sind in Berlin bisher vor allem auf zwei digitalen Testfeldern für autonomes Fahren im Einsatz als auch im VeloFlow-Projekt. Mit dem Pilotprojekt in der Schloßstraße gibt es nun ein weiteres Testfeld. 

Auf der Schloßstraße in Berlin-Steglitz fahren Busse der BVG und Autos. Im Hintergrund ist eine grüne Ampel zu sehen.
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